Öl aus der Tankstelle sorgt für Tumult December 13, 2010 at 8:35 pm
In Amerika ist es wirklich nichts Besonderes, dass Ölmanager mit am
Kabinettstisch sitzen.
Öl aus der Tankstelle ist ein sehr häufiges Streitthema
Es ist auch wirklich nichts Besonderes, dass
amerikanische Wirtschaftsführer häufig in die Politik wechseln.
So kommt es wohl auch, dass derzeit der Eindruck entsteht, im
Irak-Konflikt gehe es nur um die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt.
Dabei hat doch US-Präsident George W. Bush in seiner Radioansprache
am 1. März ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es im Irak auch um
Umweltschutz geht: “Wir werden versuchen, die Naturressourcen des
Irak vor der Sabotage eines sterbenden Regimes zu schützen”.
Dass hier der Eindruck entsteht, die Ölwirtschaft hat ungewöhnlich
starken Einfluss auf Amerikas Politik, ist offenbar Zufall. Und
Zufall ist auch, dass Bush jun. 1999 in seiner Autobiographie
schreiben ließ: „Ich bin fasziniert von der Ölindustrie“. Und: „Alle
meine Freunde hatten auf die eine oder andere Weise etwas mit der
Ölwirtschaft zu tun.“
Und diese Freunde hat der Präsident der Vereinigten Staaten von
Amerika nur folgerichtig in sein Kabinett geholt.
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zum Beispiel oder
Wirtschaftsminister Donald Evans, das ist Bushs bester Kumpel in
Washington. Die Staatssekretäre für Handel und für Energie, Spencer
Abraham und Kathleen Cooper, haben ihre gesamte berufliche Karriere
im Erdölsektor gemacht. Rice war acht Jahre lang, von 1991 bis 2001,
Aufsichtsratsmitglied der Ölfirma Chevron. Chevron dankte es ihr und
Rice durfte einen 136.000 Tonnen-Tanker auf ihren Namen taufen: „Ich
taufe dich auf mich.“ Und Evans arbeitete einst bei der Öl- und
Gasfirma Tom Brown in Denver (Colorado).